Sicherlich haben Sie sich auch schon gefragt: “Warum wird bei Stadionläufen eigentlich immer links herum, also gegen den Uhrzeigersinn gelaufen?”. Im Prinzip dürfte es aber doch eigentlich egal sein in welche Richtung gelaufen wird, da die Strecke an sich ja die gleiche ist. Nun, das geht natürlich nicht, dass jeder läuft wie ihm beliebt – denn 1913 wurde im Regelbuch der Leichtathletik festgeschrieben: “Der Innenraum liegt in Laufrichtung links.”

http://www.laufen-in-koeln.de/Themen/Bergisch_Gladbacher_Bahnlaufserie/2004/Fotos/Abbild/08190101.jpg

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Warum das so ist und woher der Ursprung kommt, dazu gibt es zahlreiche Theorien, wobei die sechste Theorie vermutlich den Ursprung am besten widerspeigelt:

1.) Als 1913 das Regelbuch entstand, wurde einfach ausgelost. Linksherum gewann und wurde festgeschrieben.

2.) Linksherum zu laufen liegt in der Natur des Menschen. Schickt man einen Menschen beispielsweise ohne Orientierungshilfe in die Wüste und bittet ihn geradeaus zu laufen, wird er eine große Linkskurve laufen – wenn er Rechtshändler ist.

3.) In der Kurve muss der linke Arm nicht so weit schwingen wie der rechte Arm. Um weiter zu schwingen braucht man mehr Kraft. Rechtshändler haben rechts mehr Kraft, links können sie nicht so weit schwingen. Die Laufrichtung kommt somit ihren Fähigkeiten entgegen.

4.) Die Laufrichtung wurde für die Zuschauer so ausgelegt. Weil man es als Zuschauer gewohnt ist von links nach rechts zu schauen, wie z.B. beim Zeitungslesen, können sie so besser die vorbeiziehenden Läufer verfolgen.

5.) Die Linkskurve hat seit der Antike Tradition. Homer weist in seinem Epos Ilias ebenso darauf hin wie Sophokles im Drama Elektra: Wagenrennen führten immer links herum. Mögliche Erklärung: Die Zügel wurden mit der linken Hand geführt. Mit der rechten Hand schwang der Wagenlenker die Peitsche oder die Waffe. Die Linkskurve, also das Anziehen der Zügel mit der linken Hand, war leichter zu bewerkstelligen. Warum auch die Athleten linksherum laufen, dafür hatten die Sporthistoriker lange Zeit keine plausible Erklärung. Inzwischen haben aber die Sportphysiologen eine mögliche Ursache herausgefunden. In vielen Untersuchungen wurde festgestellt, dass bei den meisten Menschen der Abdruck des rechten Beins stärker ist, der Schritt ist zwei bis drei Zentimeter länger als beim linken Bein. Da die Athleten der Antike nicht im Oval liefen, sondern an einer Wendemarke kehrtmachten, war die Wende linksherum mit dem stärkeren rechten Bein schneller auszuführen. Vermutlich ist auch das der Grund, warum die Leichtathleten auch heute noch auf dem Oval der Neuzeit gegen den Uhrzeigersinn laufen.

 

https://altertum-antike-wiki-bgym-t12b.wikispaces.com/file/view/artwork_final3.jpg/495277312/800x432/artwork_final3.jpg

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6.) Links herum zu laufen ist nicht nur bei Athleten üblich, sondern schon seit über 200 Jahren auf der Pferderennbahn – zumindest in England, dem Mutterland dieses Sports. Dort wurden die ersten Rennen “im Kreis herum” nicht im Stadion, sondern auf befahrenen Landstraßen ausgetragen. Und weil in England Linksverkehr herrscht, sind dort Linkskurven sicherer. Dabei läuft man nicht Gefahr, beim Abbiegen mit dem entgegenkommenden Fuhrwerken zusammenzustoßen. Diese Laufrichtung wurde später auf die Pferderennbahn übertragen. Als sich der Laufsport entwickelte, rannten die ersten Läufer, da es noch keine eigenen Sportstadien gab, auf Pferderennbahnen, gegen den Uhrzeigersinn. Von dort aus verbreitete sich diese Laufrichtung über die ganze Welt.

 

 

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