Viele Übungen des Athletiktrainings sind essentielle Trainingsübungen für Golfer und ihren Golfsport, da Stabilität in der Rumpfmuskulatur sowie ein großer Bewegungsumfang im Oberkörper gerade für Golfer leistungsrelevante Faktoren sind.

Optimierte Beweglichkeit, Koordination und bessere Kraftfähigkeiten führen nicht nur zu einer Verbesserung der golfspezifischen Leistung, sondern reduzieren zudem die Verletzungsgefahr für Golfer erheblich. Speziell die Verringerung der Beuge- und Rotationsbewegung und die muskuläre Stabilisierung sind geeignete Maßnahmen, um Wirbelsäulenbelastungen während des Golfschwunges zu reduzieren und damit Verletzungen zu minimieren.

Einer Untersuchung von Gluck et al. zufolge führen Beweglichkeitstraining und die Verbesserung der Rumpfstabilität zu Schmerzverringerung bei Golfern. Im Zusammenhang mit der Entstehung von Gelenkbelastungen bei unterschiedlichen Hebelarmen ist davon auszugehen, dass dieser Effekt durch den verbesserten Einsatz der Muskulatur entsteht. Hierauf aufbauend, konzentriert sich das golfspezifische Training von ATB auf den verbesserten Einsatz der Muskulatur.

Als ein Merkmal der Leistungsfähigkeit des Golfschwungs gilt der sogenannte X-Factor, die Separation von Schulter zu Hüfte. Zieht man je eine imaginäre Linie von  der Schulter zur gegenüberliegenden Hüfte, so ergeben beide Linien ein “X”. Durch einen ausgeprägten X-Factor lässt sich mehr Kraft für den Golfabschlag generieren.

Zheng et al. haben herausgefunden, dass bessere Spieler ein größeres Bewegungsausmaß im Oberkörper besitzen. Die bessere Mobilität ermöglicht eine größere Separation bezüglich des X-Factors und somit eine bessere Gesamtleistung.

“Eine größere Rotation im Rumpf ist ein Indikator für eine größere Separation von Schulter und Becken.  Bei besseren Golfspieleren ist die Separtion signifikant größer als bei schlechteren Golfspielern. Dies bedeutet, dass eine optimale Schulter-Hüft-Separation bei Ausführung des Golfschwungs ein Merkmal  besserer Golfspieler ist.” (vgl. Zheng)

Gemäß Zheng et al. profitieren leistungsstärkere Golfspieler zudem von einer besseren Koordination und können somit eine höhere Geschwindigkeit beim Ballkontakt ausüben. Leistungsschwächere Golfer hingegen sind weniger beweglich im Oberkörperbereich. Diese Ungleichheiten zwischen leistungsstärkeren und leistungsschwächeren Golfspielern erklären die Diskrepanz in der Gesamtleistung. Das Athletiktraining setzt genau an diesem Punkt an und führt durch gezieltes Training zu einer Verbesserung der leistungsrelevanten Faktoren.

Eine Verbesserung der Stabilität sowie der Kraftfähigkeiten minimiert somit deutlich das Verletzungsrisiko der Sportler und erhöht dadurch die Trainingszeit, was signifikante Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit hat. Weitere Inhalte eines golfspezifischen Athletiktrainings sind Grundlagenausdauer, Laufschnelligkeit, Stützkraft, propriozeptive Übungen, Sprungkraft und Oberkörperkraft.

Literatur

Haid, C., Fischler, S. (2013). Biomechanische Belastungsaspekte der Wirbelsäule beim Golfschwung. Sport-Orthopädie – Sport-Traumatologie, 28, 89-95

Gluck, G.S., Bendo, J.A., Spivak, J.M. (2008). The lumbar spine and low back pain in golf: a literature review of swing biomechanics and injury prevention. Spine J. 8 (5), 778–788

Hibbs, A., Thompson, K., French, D., Wrigley, A., Spears, I. (2008). Optimizing Performance by Improving Core Stability and Core Strength. Sports Medicine, 28 (12), 995-1008

Zheng, N., Barrentine, S. W., Fleisig, G. S., Andrews, J. R. (2008). Kinematic Analysis of Swing in Pro and Amateur Golfers. International Journal of Sports Medicine, 29, 487- 493